Arbeitsweise
Selbstverständnis
Psychische Beschwerden entstehen häufig nicht zufällig. Oft entwickeln sich bestimmte Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster als nachvollziehbare Versuche, mit schwierigen Erfahrungen, Konflikten oder Belastungen umzugehen. Was früher hilfreich oder notwendig war, kann heute jedoch einengend werden und dazu führen, dass wir uns immer wieder in ähnlichen inneren oder äußeren Schwierigkeiten wiederfinden.
In unserer gemeinsamen Arbeit versuchen wir, diese Muster besser zu verstehen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Dabei geht es nicht nur darum, Symptome zu reduzieren, sondern auch darum, mehr Klarheit darüber zu gewinnen, was Ihnen wichtig ist und wie Sie Ihr Leben stimmiger gestalten möchten.
Ein erfolgreicher Therapieprozess zeigt sich aus meiner Sicht vor allem darin, dass Sie neue Erlebens- und Handlungsspielräume gewinnen und Herausforderungen flexibler, selbstbestimmter und Ihren eigenen Werten entsprechend begegnen können.
Arbeitsweise
Ich verstehe Psychotherapie als einen aktiven gemeinsamen Prozess. Das Arbeiten auf Augenhöhe, die Orientierung an Ihren Werten sowie die Berücksichtigung Ihrer Stärken und Ressourcen sind dabei für mich selbstverständlich.
Von Beginn an unterstütze ich Sie dabei, Ihre Handlungsfähigkeit wiederzugewinnen und zu erweitern. Häufig kann so früh eine positive Wechselwirkung entstehen: Eigene Muster werden klarer, Bedürfnisse und Werte werden wieder bewusster, eine stimmigere Haltung kann gefunden werden, neue Handlungsschritte werden möglich und daraus entstehen neue Erfahrungen, die wiederum das innere Erleben verändern.
Wie lange ein therapeutischer Prozess dauert, hängt von der individuellen Situation und dem jeweiligen Anliegen ab. Längere Begleitungen können sinnvoll und indiziert sein. Zugleich gehe ich nicht grundsätzlich davon aus, dass nachhaltige Veränderung immer eine lange andauernde Therapie voraussetzt. Auch kürzere, fokussierte Prozesse können wesentliche Veränderungen anstoßen.
Die folgenden 5 Fokusbereiche beschreiben die Grundstruktur unserer gemeinsamen therapeutischen Arbeit.
5 Fokusbereiche
Orientierungsfokus — Wo stehe ich und wohin möchte ich mich entwickeln?
Gemeinsam verschaffen wir uns einen Überblick über Ihre aktuelle Situation. Dabei betrachten wir Ihre Beschwerden, wichtige Belastungen sowie wiederkehrende Muster im Umgang mit sich selbst und anderen. Neben der ersten Erkundung dieser Muster richten wir den Blick nach vorne: Was ist Ihnen wichtig? Was brauchen Sie mehr von sich selbst und Ihrem Umfeld? Wohin möchten Sie sich auch mithilfe der Therapie entwickeln?
Stärkenfokus — Was trägt mich?
Hier richten wir den Blick auf Ressourcen, die zuletzt womöglich verschüttet waren, aber bereits in Ihnen oder in Ihrem Umfeld vorhanden sind. Auch erarbeiten wir konkrete Wege, mit Stress, Angst, Traurigkeit oder innerer Anspannung umzugehen, damit Sie in schwierigen Momenten in Verbindung mit eigenen Bedürfnissen und Werten handlungsfähig bleiben können.
Fokus: Muster & Prägungen — Worin verfange ich mich immer wieder?
Wenn indiziert, vertiefen wir den bereits im Orientierungsfokus begonnenen Blick auf wiederkehrende Muster. Dazu gehören tief verankerte emotionale Überzeugungen und damit verbundene Verhaltensweisen sich selbst und anderen gegenüber. Häufig sind diese Muster Niederschläge früherer Lebenserfahrungen und damaliger Bewältigungsversuche. Sie können das heutige Erleben und Handeln weiter prägen und dazu führen, dass Sie sich in bestimmten Lebenslagen wie gefangen fühlen.
Fokus: Verarbeitung & Integration — Was hat mich geprägt – und wie kann ich heute damit umgehen?
Hier geht es darum, belastenden inneren Zuständen, Gefühlen sowie Erinnerungen an Schlüsselerfahrungen unter sicheren Bedingungen erneut zu begegnen und sie neu zu verarbeiten. Dabei können Methoden wie imaginative Verfahren, Brainspotting oder andere erfahrungsorientierte Ansätze zum Einsatz kommen. Ziel ist es, bislang hinderlich wirkende Spuren früherer Überforderungs- und Ohnmachtserlebnisse zu verarbeiten und mit heute bestehenden Handlungsmöglichkeiten zu verknüpfen. Selbstakzeptanz, Selbstwert und innere Sicherheit können im Verlauf dieser fokussierten Arbeit, die auch in doppelstündigen Sitzungen stattfinden kann, deutlich wachsen.
Transferfokus — Wie bringe ich das Erarbeitete in mein Leben?
Veränderung zeigt sich letztlich im Alltag. Gemeinsam planen wir konkrete Schritte, mit denen Sie neue Erfahrungen sammeln und Ihre gewonnene Flexibilität im Leben erproben können. Dabei geht es nicht um Perfektion oder Angstfreiheit. Vielmehr geht es darum, den eigenen Handlungsspielraum Schritt für Schritt zu erweitern, sich Herausforderungen zuzuwenden und das Leben zunehmend nach den eigenen Werten zu gestalten. Dazu kann auch die Fähigkeit gehören, mit unvermeidbaren Grenzen, Enttäuschungen oder Schmerzen einen neuen Umgang zu finden und sich dennoch auf das Leben – mit der ihm immanenten Ungewissheit – einzulassen.
Kontakt aufnehmen
Wenn Sie unter Ängsten, Zwangsgedanken, Traumafolgen, depressiven Entwicklungen, Leistungsblockaden oder Schwierigkeiten mit Selbstbehauptung und Selbstschutz leiden, können Sie über das Kontaktformular mit mir Kontakt aufnehmen. Im Erstgespräch klären wir gemeinsam, ob meine Arbeitsweise und Ihr Anliegen gut zueinander passen.