Kein Opfer mehr
„Kein Opfer mehr“ beschreibt eine persönliche Haltung, die auch meine therapeutische Arbeit prägt.
Uns Menschen kann Furchtbares widerfahren. Krankheit, Verlust, Gewalt und andere Lebensereignisse können tiefe Spuren hinterlassen und unsere Möglichkeiten dauerhaft begrenzen. Doch wir sind nicht reduziert auf das, was uns widerfahren ist oder was uns gegenwärtig begrenzt.
Daraus ergibt sich ein wesentlicher Fokus unserer gemeinsamen Arbeit: Neben der Anerkennung dessen, was geschehen ist und sich nicht mehr verändern lässt, richtet sich der Blick immer wieder auf die eigene Einflusssphäre. Was kann ich beeinflussen? Welche Wahl- und Handlungsmöglichkeiten stehen mir heute zur Verfügung? Und welche Haltung kann ich zu dem entwickeln, was sich nicht verändern lässt?
Selbstbehauptung, Selbstschutz, entschlossenes Handeln
Bestimmte Situationen erfordern entschlossenes Handeln: eine klare Grenzsetzung oder Konfrontation, unmittelbare Distanzierung, den Abbruch eines Gesprächs oder einer Verhandlung oder die Bereitschaft, Führung und Verantwortung zu übernehmen. Manche Menschen erleben sich gerade in solchen Situationen immer wieder als unsicher, wie gelähmt, machtlos oder diffus schuldig. Notwendige Handlungsalternativen erscheinen dann nicht nur schwierig, sondern mitunter geradezu unmöglich – unter Druck nicht umsetzbar oder unvereinbar mit dem eigenen Selbstbild.
Dadurch kann sich der eigene Handlungsspielraum erheblich verengen. Grenzüberschreitungen werden hingenommen, notwendige Entscheidungen aufgeschoben oder Konflikte so lange vermieden, bis sie eskalieren. Anhaltende Anspannung und Groll sowie wiederkehrende Kontrollverlusterfahrungen können die Folge sein. Die Sorge, erneut in solche Dynamiken zu geraten, kann umgekehrt dazu führen, dass Beziehungen, herausfordernde Situationen oder die Übernahme von Verantwortung und Führung ganz vermieden werden.
Die gemeinsame Arbeit richtet sich darauf, diesen Möglichkeitsraum zu erweitern:
Welche bislang ausgeschlossenen Antworten zeigen sich vielleicht bereits in Impulsen, Fantasien oder Tagträumen – und welche davon könnten angemessen sein? Welche Haltung brauche ich, um sie vertreten zu können? Und wie können neue Handlungsmöglichkeiten so erprobt und verankert werden, dass sie mir auch unter Druck zur Verfügung stehen?
Dabei können neben der therapeutischen Bearbeitung zugrunde liegender Erfahrungen auch imaginative und körperorientierte Verfahren, die Arbeit mit inneren oder realen Verbündeten sowie konkrete Notfallpläne und die Simulation relevanter Handlungsszenarien zum Einsatz kommen.
Kontakt aufnehmen
Wenn Sie unter Ängsten, Zwangsgedanken, Traumafolgen, depressiven Entwicklungen, Leistungsblockaden oder Schwierigkeiten mit Selbstbehauptung und Selbstschutz leiden, können Sie über das Kontaktformular mit mir Kontakt aufnehmen. Im Erstgespräch klären wir gemeinsam, ob meine Arbeitsweise und Ihr Anliegen gut zueinander passen.
