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Georg Moritz Pohlmann
Beschwerdebild

Traumafolgen

Die Trauma-Dynamik

Die leidvolle Dynamik, die sich nach traumatischen Erfahrungen entwickeln kann, entsteht durch ein Wechselwirkungsgeschehen verschiedener Elemente. Nicht alle davon müssen bei jedem Menschen in gleicher Weise eine Rolle spielen:

  • Ein zutiefst erschreckendes Ereignis konfrontiert einen Menschen mit einer Situation, in der er sich überwältigt oder ausgeliefert fühlt und die eigenen Handlungsmöglichkeiten nicht mehr als ausreichend zur Bewältigung erlebt. Insbesondere Erfahrungen zwischenmenschlicher Gewalt können dabei zugleich mit der erschütternden Erfahrung konfrontieren, wozu andere Menschen fähig sein können.
  • Bestimmte äußere oder innere Auslöser – etwa Situationen, Geräusche, Gerüche, Körperempfindungen, Bilder oder Erinnerungen – aktivieren später erneut Elemente des damaligen Erlebniszustands. Körper und Erleben geraten in hohe Alarmbereitschaft; Anspannung, Erstarrung, Taubheit, Flucht- oder Kampfimpulse können wieder auftreten.
  • Mit zunehmender Aktivierung wird es schwieriger, in stabilem Kontakt mit dem Hier und Jetzt zu bleiben und das Erlebte zugleich als Erinnerung an etwas Vergangenes und Überstandenes einzuordnen. Rational mag bewusst sein, dass die damalige Situation vorbei ist; Teile des eigenen Erlebens reagieren jedoch, als wäre die Bedrohung erneut gegenwärtig.
  • Zugleich verengen sich Wahrnehmung und Aufmerksamkeit auf mögliche Gefahr, während gegenwärtige Handlungsmöglichkeiten und eigene Kompetenzen aus dem Fokus geraten. Das frühere Erleben des Ausgeliefertseins kann sich dadurch in veränderter Form wiederholen: Nun erlebt man sich auch den eigenen Erinnerungen, Körperreaktionen und inneren Zuständen gegenüber als machtlos.
  • Zunehmend werden deshalb auch die eigene Aktivierung und mögliche Auslöser als etwas behandelt, das verhindert oder möglichst schnell beendet werden muss. Situationen, Beziehungen, Erinnerungen, Gefühle oder Körperempfindungen werden vermieden oder kontrolliert. Kurzfristig schützt dies vor erneuter Überwältigung; zugleich werden Erfahrungen seltener, in denen erlebt werden kann, dass Erinnerung und Gegenwart unterscheidbar bleiben, Aktivierung wieder abklingt und heute andere Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Das eigene Leben kann sich dadurch zunehmend verengen.

Neue Dynamiken anstoßen

Die gemeinsame Arbeit zielt darauf, neue Wechselwirkungsdynamiken zu entfachen, durch die traumatische Erinnerungen zunehmend als Teil Ihrer Vergangenheit eingeordnet werden können und auch unter innerer Aktivierung wieder mehr Gegenwartsbezug, Selbst-Bewusstsein und Handlungsfähigkeit möglich werden. Typischerweise gehören dazu unter anderem:

  • die Stärkung der Verankerung im Hier und Jetzt und der Fähigkeit, auch unter innerer Aktivierung Einfluss auf den eigenen Zustand zu nehmen: über Aufmerksamkeit, Atmung, Blick, Körperhaltung, Bewegung und Kontakt die Orientierung zu Zeit, Ort und gegenwärtiger Situation aufrechterhalten bzw. wiederherstellen und erfahren, dass Anspannung zugelassen werden, ansteigen und auch wieder abklingen kann;
  • die Erprobung einer sicheren und gelasseneren Beziehung zu traumatischen Erinnerungen, Bildern, Körperempfindungen und emotionalen Zuständen: sich diesen schrittweise annähern und sie wahrnehmen, ohne von ihnen vollständig mitgerissen zu werden oder sie unmittelbar beseitigen zu müssen, und dabei zunehmend mit der Gegenwart verbunden bleiben: Es ist geschehen. Es ist vorbei. Ich habe es überlebt. Ich bin heute hier.
  • die Aktivierung, Entwicklung und Erprobung gegenwärtiger Handlungskompetenzen: gerade wenn frühere Zustände von Hilflosigkeit oder Ausgeliefertsein aktiviert werden, wieder wahrnehmen und erfahren, welche Möglichkeiten Ihnen heute zur Verfügung stehen. Dazu kann insbesondere nach Erfahrungen zwischenmenschlicher Gewalt die Entwicklung von Schutz- und Wehrhaftigkeitskompetenzen gehören: Warnsignale ernst nehmen, Grenzen frühzeitig und entschieden vertreten, Unterstützung mobilisieren, reale Gefahren erkennen und in bedrohlichen Situationen handlungsfähig bleiben. Dabei geht es nicht nur darum, wieder mehr Vertrauen zu entwickeln, sondern auch darum, die eigene Fähigkeit zu stärken, reale Gefahren zu erkennen und sich wirksam zu schützen;
  • die Initiierung lohnenswerter Wagnisse: sich schrittweise wieder auf Situationen, Beziehungen und Tätigkeiten einlassen, die durch die traumatische Erfahrung mit Gefahr oder Kontrollverlust verbunden wurden, und dabei neue Erfahrungen von Verbundenheit, eigener Wirksamkeit und Handlungsfähigkeit machen.
Kontakt

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Wenn Sie unter Ängsten, Zwangsgedanken, Traumafolgen, depressiven Entwicklungen, Leistungsblockaden oder Schwierigkeiten mit Selbstbehauptung und Selbstschutz leiden, können Sie über das Kontaktformular mit mir Kontakt aufnehmen. Im Erstgespräch klären wir gemeinsam, ob meine Arbeitsweise und Ihr Anliegen gut zueinander passen.